Warum es keine gute Idee ist, Menschen anzuschreien

Wie wir lernen können, nie mehr wütend zu sein!

Wer wütend herum­brüllt, benutzt dabei meist auch wenig freund­liche Worte. Wir nennen das im Diamantschneider-System „Harte Rede“. Dazu gehören nicht nur die Schimpfwörter, die ein zorniger Mensch seinem Gegenüber an den Kopf wirft. Sondern auch kalte, abschät­zige Bemerkungen, Sarkasmus oder Fluchen. Und, was viele nicht wissen, auch scheinbar freund­liche Worte, die aber in Wahrheit voller Gift sind und in böser Absicht verwendet werden.

Was ist so schlimm an harter Rede? Harsche Worte, in heißer Wut, in kaltem Zorn oder in böswil­liger Absicht ausge­spro­chen, haben eine ganze Reihe nega­tiver Folgen.

1) Wut verletzt das Gegenüber

In aller­erster Linie verletzen harte Worte den Menschen, an den sie gerichtet sind. Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, wenn uns jemand ein böses Wort an den Kopf wirft. Unsere Sprache hat viele Ausdrücke dafür, was harte Worte anrichten können: „Was sie gesagt hat, war wie ein Stich ins Herz!“ „Es war, als hätte er mir ins Gesicht geschlagen.“ „Ihre Worte waren ein übler Hieb in die Magengrube.“ Für viele Menschen ist eine solche Erfahrung fast wie ein körper­li­cher Schmerz.

2) Wut zerstört Beziehungen

Zweitens können harte Worte Partnerschaften zerstören, Freunde für immer zu Feinden machen, Krieg auslösen, Hass säen und Rachegefühle wecken. Nichts entzweit wirk­samer als harte Rede.
Es gibt aber auch noch einen dritten Grund, warum harte Worte so schlimm sind: Wenn wir sie benutzen, schaden sie am meisten uns selbst.

3) Wut schadet uns selbst

Um das näher zu beleuchten, schauen wir uns die Korrelationen für harte Rede an. Korrelationen sind span­nende Ursache-Wirkung-Beziehungen, die die tibe­ti­schen und indi­schen Meister über zwei­ein­halb­tau­send Jahre für uns aufge­schrieben haben, und die heute noch so aktuell sind, wie am Tag ihrer Niederschrift.

Manche Korrelationen sind offen­sicht­lich: Wenn ich jemanden wütend anschreie, dann wird mich deswegen in der Zukunft jemand anderer wütend anschreien. So wie es auch das erste Karma-Gesetz besagt: Gleiches erzeugt immer Gleiches. Wer Kartoffeln pflanzt, wird Kartoffeln ernten.

Aber es gibt auch verbor­gene Korrelationen. Gerade bei harter Rede gibt es einige davon: Der Zusammenhang zwischen der Ursache (also den wütend heraus­ge­brüllten Worten) und der Ursache (dem daraus resul­tie­renden Ergebnis) ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Wir haben Probleme im Leben und wissen nicht, wo sie herkommen.

Schauen wir uns drei dieser Ursache-Wirkungs-Beziehungen für harte Rede an:

1) Ihre Position im Job ist unsicher. Sie haben wenig Autorität und selbst wenn Sie eine gute Idee einbringen, fehlt Ihnen der Einfluss, sie durchzusetzen.

Die karmi­sche Ursache für dieses Problem ist kalte, abschät­zige Rede. Wer andere, insbe­son­dere Untergebene, mit Arroganz und gefühl­loser Überheblichkeit behan­delt, pflanzt kraft­volle Samen für den unauf­halt­samen Verlust der eigenen Autorität.

Gegenmittel: Lassen Sie niemals den Chef heraus­hängen. Hören Sie Ihren Mitarbeitern und den Menschen in Ihrem privaten Umfeld aufmerksam zu und begegnen Sie ihnen mit einem offenen Herz auf Augenhöhe. Finden Sie verbin­dende Worte.

2) Ihr Unternehmen oder Ihr Projekt ist überstarkem Konkurrenzdruck ausgesetzt. Egal, was Sie tun, Ihr Wettbewerber ist Ihnen immer irgendwie einen entscheidenden Schritt voraus. Sie können einfach nicht gewinnen.

Dieses Problem wird karmisch verur­sacht durch jegliche Art von grober oder verlet­zender Sprache und von verlet­zenden Absichten. Dazu gehört auch scheinbar freund­lich daher­reden, aber dem anderen in Wahrheit Not und Elend an den Hals wünschen. Gerade in Geschäfts- oder Gerichtsverhandlungen kommt diese Art von harter Rede nicht selten vor.

Gegenmittel: Bleiben Sie immer höflich, auch wenn der andere es nicht ist. Überprüfen Sie stets Ihre Motivation und heucheln Sie niemals Sympathie, wenn Sie sie nicht fühlen. Wünschen Sie niemals etwas für einen Menschen, das Sie nicht selbst auch erleben wollen würden.

3) Ihr Vorgesetzter oder eine andere Autoritätsperson beleidigt oder kränkt sie oft mit Worten, entweder im Einzelgespräch oder sogar vor anderen.

Das ist das klas­si­sche Beispiel über­haupt: Einen belei­di­genden Chef pflanzt man, indem man andere belei­digt oder zornig anschreit. Ganz beson­ders gut funk­tio­niert das, wenn diese Anderen Ihre Angestellten oder Untergebenen sind. Oder auch Ihre Kinder!

Gegenmittel: Sie können Ihre ganze Welt verän­dern, wenn Sie ganz bewusst darauf achten, Menschen, die Ihnen unter­geben oder die von Ihnen abhängig sind, nie mehr anzu­schreien oder zu belei­digen. Und nicht nur Ihre Untergebenen, sondern über­haupt niemanden! Das klingt über­ein­fach, aber es funk­tio­niert wirk­lich. Probieren Sie es aus: Wenn Sie lernen, geduldig, liebe­voll und konstruktiv mit anderen zu reden, ganz gleich wie wütend, belei­di­gend oder anstren­gend Ihr Gegenüber ist, pflanzen Sie die Samen für eine Welt, in der Ihnen jeder freund­lich und gelassen begegnet. Wenn Sie es schaffen, den Kreislauf von Wut zu brechen und verbal abzu­rüsten, dann wird nicht nur Ihr eigenes beruf­li­ches und privates Leben fried­li­cher und freund­li­cher. Sondern auch Ihre ganze Welt.

Klar, aller Anfang ist nicht leicht. Wut ist, wie alles andere auch, eine Gewohnheit, die schwer zu brechen ist. Aber es ist möglich!

Wer seine Wut unter Kontrolle hat, besitzt unend­lich viel Kraft. Kraft, um Erfolg und Glück im eigenen Leben zu schaffen. Kraft, um auch das Leben von anderen besser zu machen. Kraft, um die Welt zu verän­dern.

Heben Sie diese Kraft für sich!

Geschrieben für Diamond Managment
von Ulrike Bienert-Loy

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