Mein Mann und ich sind seit fast zwei Jahren verhei­ratet. Wir haben den Schritt in die Ehe aus verschie­denen Gründen relativ früh gewagt. Im selben Jahr kam unsere Tochter zur Welt und eigent­lich dachten wir, jetzt sei unser Glück perfekt und unser gemein­sames Leben als Familie könne starten. Falsch gedacht. Im Laufe der Zeit kris­tal­li­sierte sich heraus, dass wir ein enormes Kommunikationsproblem haben; einschließ­lich unzäh­liger Missverständnisse, lauten bis sehr lauten Streitereien und nach einiger Zeit auch belei­di­gender Ausdrücke, die durch die Luft schmet­terten. Insgesamt war es eine mehr als unschöne Lebenslage und ich war so oft so tief verzwei­felt, weil dass, was mein Leben mir bot, absolut nicht das war, was ich mir für mich und unsere Tochter erdacht und erträumt hatte. Es ging soweit, dass ich mit meinem Mann keinen normalen Satz mehr wech­seln konnte und die nega­tive Energie zwischen uns so geladen war, dass ich eigent­lich nur noch Zuflucht bei Freunden bzw. meinen Eltern gesucht habe. Ich hatte also ein massives, ausge­prägtes, fast aussichtslos großes Problem mit der Tugend Nummer 6. Ich kenne die Diamantschneider-Prinzipien bestimmt schon seit zwei oder drei Jahren. Ich hatte es soweit auch verstanden, dass alles von mir kommt und ich scheinbar jemanden in meinem Leben vorher stark kriti­siert, belei­digt und herun­ter­ge­but­tert haben musste (auch wenn Samen, die man sät, klein sind, aber das, was ich geerntet habe, waren Mammutbäume!!! Dementsprechend musste ich auch schon etwas Ordentliches gepflanzt haben). Auch wusste ich, dass, wenn ich aus dieser Miesere jemals heraus­kommen wollte, ich im Streit mit ihm anders reagieren muss als blind zurück­zu­brüllen … Ich ließ mich also anschreien, zu Unrecht beschul­digen und belei­digen; alles mit dem Wissen um den Stift.

Und das gab mir die Kraft, wenn ich auch nicht immer freund­lich war, zumin­dest still zu sein und ruhig zu bleiben. Jedes Mal aufs Neue war ich stolz auf mich. Doch es kam die Zeit, dass ich es nicht mehr ausge­halten habe und meine Ehe schon so gut wie aufge­geben hatte. Da habe ich Eva kontak­tiert und um drin­genden Rat gefragt. Sie sagte mir, dass es manche Dinge gibt, die zwar von mir kommen, die aber so riesig gewachsen sind, dass ich sie nicht aushalten müsse und ich mich auch guten Gewissens trennen könne. Wenn ich aller­dings daran arbeiten wolle, dann gab sie mir folgenden Rat:
“Du darfst ab sofort niemanden mehr kriti­sieren, auch nicht dich selbst. Lass anderen den Freiraum, Dinge so zu tun, wie sie sie gerne tun möchten. Sprich freund­lich mit deinen Mitmenschen und vor allem DENKE freund­lich über jeden und alles, was dir begegnet. Versuche die Wünsche der Personen um dich herum zu sehen und zu erfüllen und sei niemals scha­den­froh, wenn anderen Unglück passiert (Kombi mit Tugend Nummer 9).

Nun gut, ich hatte also schon länger aufge­hört, neues schlechtes Karma zu pflanzen, indem ich nicht mehr zurück­brüllte, mich recht­fer­tigte und böse Wörter sagte. Ich hatte aller­dings nicht die Kraft und bis dato auch nicht die komplette Einsicht, dass ich jetzt auch noch etwas tun muss, damit mein Mann mich nicht mehr anmault. Ich nahm mir also Evas Rat zu Herzen und kam zu dem Entschluss, die Sache anzu­pa­cken. Ich habe mein Eheversprechen gegeben und zumin­dest in dieser Hinsicht bin ich sehr altmo­disch und glaube fest daran, dass es für jede Krise eine Lösung gibt. Die Situation war aller­dings so fest­ge­fahren, dass ich mich entschloss, für einige Zeit zusammen mit unserer Tochter zu meinen Eltern zu ziehen und mir auch eine neue dauer­hafte Bleibe zu suchen; so dass die Wohnsituation für beide entspannt ist und wir schauen können, wie es sich entwi­ckelt. Ich fing also an fleißig zu säen und natür­lich genauso fleißig zu bereuen. Ich war froh (mehr oder weniger) über jede Ernte, die mir so ins Haus trudelte, und freute mich abends über die vielen Freundlichkeiten des Tages, die ich gepflanzt hatte. Ich begann mein Sechs-Mal-Buch zu schreiben und nahm die Tugend Nummer sechs jeden Tag mit ins Programm. Wie das Leben bzw. sein Karma es so wollte, verletzte sich mein Mann am Knie und musste operiert werden. Der erste Tag nach seiner OP, war der erste Tag, an dem ich meine neue Wohnung beziehen konnte. Da wir finan­ziell noch kein Sauerstoff Geld zur Verfügung haben (wir arbeiten daran) und er auch keine Treppen laufen konnte, gingen wir das Risiko ein und zogen quasi zusammen in das neue Haus. Ich hatte keine hohen Erwartungen, weil ich ja die Situation von vor meinem Auszug noch lebendig vor Augen hatte und dachte mir, dass, wenn es gar nicht funk­tio­nierte, könnte er ja zurück in seine Wohnung und müsste zusehen, wie er das mit den Treppen regelte.

Die nächsten 6 Wochen vergingen und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Mann den ich gehei­ratet hatte, den zuvor­kom­menden, herz­li­chen, humor­vollen, liebe­vollen Mann….. er war/​ist wieder da! So fühlt es sich zumin­dest an! Wir streiten nicht, wir sind sehr freund­lich zuein­ander, es fällt kein belei­di­gendes Wort mehr, wir genießen die Zeit mit unserer Tochter und auch die Zeit zu zweit ist wieder wunder­schön! Ich kann es selber noch nicht fassen und ich bereue und pflanze weiterhin meine Samen zu diesem Thema, aber die Ergebnisse sind wirk­lich kaum zu glauben. Er verbringt seine freien Tage mit uns und wir freuen uns wieder richtig aufein­ander. Wir haben gute Gespräche und gehen respekt­voll mitein­ander um.

Wir waren mehr als kurz davor uns scheiden zu lassen, doch dank des Wissens um den Stift, dank der Hilfe von Eva und den vielen Werkzeugen haben wir die Kurve gekriegt und ich hoffe, dass es so weiter­gehen wird.
Mein Mann weiß übri­gens von dem Prinzip, aber wendet es nicht sehr intensiv an. Ich habe also quasi meine Ehe gerettet ohne über­haupt mit ihm darüber zu spre­chen!!!!
Es war eine harte, lange, teil­weise aussichts­lose Zeit, doch am Ende hatte ich die Ergebnisse, die ich mir von Anfang an gewünscht hatte und bin sehr dankbar, dass ich ange­fangen habe, meinen Schweinehund zu über­winden und trotz massiver nega­tiver Ernte aufzu­stehen und gute Samen zu pflanzen. Es hat sich gelohnt!

Sarah, 28

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