Ein Gastbeitrag geschrieben von Silke Hohmuth von der Menschbank über ihren Weg erfolgreich zu sein.

Im Dezember 2016 hörten wir das erste Mal sehr bewusst von Geshe Michael Roach, lasen den „Diamantschneider“ und „Karmic Management“ und wurden neugierig, mehr von ihm zu erfahren. Speziell interessierte es uns, wie seine Prinzipien ganz praktisch in der Bankenwelt anwendbar sind.

Unser Plan war eigentlich recht einfach:

Wenn es tatsächlich eine Formel / einen Weg gibt, erfolgreich zu sein mit Dingen, die im Einklang mit dem Leben sind und dabei Negatives, wie Betrug oder Zerstörung von Leben ausschließen, dann ist das etwas, das wir gerne als Interview speziell zu unseren Fragen rund um Geld und den Banken sichtbar machen wollen. Denn, ganz ehrlich: wir und noch viel weniger die Kinder, verstehen, wieso es auf unserer Welt etwas anderes als Nachhaltigkeitsbanken gibt, die sich genau dazu verpflichten: Gelder nur im Sinne von Mensch und Leben anzulegen.

Gibt es einen Weg erfolgreich zu sein?

Im Gespräch mit Geshe Michael Roach: Gibt es einen Weg erfolgreich zu sein?

Und so entstand unser Plan: wir fahren nach Wien, zu Geshe Michael Roach’s nächsten Europa-Aufenthalt, stellen unsere Fragen und veröffentlichen dies dann auf unserem Youtube-Kanal. Im Prinzip ein guter Plan, doch er ist so nicht ganz aufgegangen. Denn, auf die Frage, wie man Menschen dazu motivieren kann, nur noch in gute Dinge zu investieren, kam statt der erhofften Antwort, der Hinweis, dass man es auf einer individuellen Basis beweisen müsse. Und so forderte uns Geshe Michael Roach auf, selbst ein Unternehmen aufzubauen, das Geld damit macht, indem es Menschen hilft und in Menschen investiert. Und dann, wenn wir x Millionen gemacht hätten, könnten wir vor die Banker treten und man würde uns glauben.

Nun, was ist passiert seit Februar? Fünf Monate sind vergangen, fünf Monate, in denen wir uns reich beschenkt und bestärkt fühlen, auf unserem Weg weiterzugehen.

Zunächst: unser Verständnis und Denken bzw. Herangehensweise an zahlreiche Themen hat sich verändert oder sagen wir „erweitert“. Was wir ganz konkret als Business tun, ist in der Finanzbranche und Wirtschaft überhaupt sehr „revolutionär“. Wir geben einfach. Wir geben ohne Gegenleistung oder erwarteten Ausgleich – sondern unterstützen aus voller Überzeugung und mit großem Engagement Dinge, die wir wertvoll und wesentlich finden und die unserem eigenen Unternehmenszweck, nämlich Menschlichkeit und Wertebewusstsein speziell im Umgang mit Geld, entsprechen. Dabei geben wir, was wir haben – dies ist aktuell noch kein Geld, sondern vorwiegend wirklich gute Ideen (man spricht in unserer Welt von „Innovation“), Vernetzung zwischen Projekten oder Zugang zu Geldgebern für spezielle Projekte.

Dieses „einfach zu geben“ oder „in Freude zu Teilen“ frei nach Friedrich von Schillers An die Freude, ist das, was wir selbst von uns heraus als unsere DNA empfinden. Wir sehen uns in dem, was Geshe Michael Roach sagt, darin bestärkt und verstehen es als etwas pflanzen, das wir wollen. Und wir wollen, dass man unser Projekt großzügig, vertrauensvoll und bedingungslos unterstützt – ein jeder, wie er/sie es kann – und im gemeinsamen Tun eine große Freude und inneren wie äußeren Frieden zu empfinden.

Wenn ich sage, unser Verständnis und Denken hat sich verändert, betrifft dies einerseits die Begegnungen mit anderen Menschen. Egal, ob es der Mitarbeiter einer Bank ist oder Menschen in Ministerien oder oder oder … früher haben wir gerne nach „Schuld“ gesucht, waren gerne mal sauer oder enttäuscht und sehr häufig auch einmal emotional, verbunden mit „Wutreden“ oder zumindest „Wutgedanken“. Dies wird wirklich immer weniger (wissend um die Samen, die man damit sät) und verändert sich mehr und mehr in ein neugieriges Staunen und eine unglaubliche Innovationskraft, neue und ungewöhnliche Wege zu gehen. Dies ist im Übrigen das größte Geschenk überhaupt: die Innovationskraft, die bei uns entstanden ist, seit wir aus Wettbewerb und Mangel ausgestiegen sind.

Andererseits betrifft dies unser Annehmen von Unterstützung. Wir fühlen uns nicht mehr in einer Schuld, etwas geben zu müssen, wenn uns jemand mit Geld oder anderen Ressourcen unterstützt, sondern wir freuen uns für ihn, dass er mit dem Support unseres Projektes für sich selbst so großartige Samen pflanzt und wir fühlen mehr und mehr, welch Potenzial in unserer Bank (die ja keine Bank ist) liegt, wenn wir Gelder bekommen und diese durch uns weiter wirken können.

Und natürlich – und das ist das Essentiellste – betrifft es unser eigenes, tägliches Handeln. Dinge, die wir möglicherweise früher noch v.a. in Bezug auf Geld tun konnten, gehen einfach nicht mehr, je mehr wir uns mit der Wirkung dieses Handelns auseinandersetzen. Dabei sind wir ja selbst auf dem Weg und lernen jeden Tag hinzu. Und hier darf man – vor allem, wenn Samen aus der Vergangenheit aufgehen, deren Früchte man nicht so mag, sehr geduldig mit sich selbst sein.

Doch, ich mag gerne auch konkret machen, was sich seit Februar verändert hat:

Wir haben traumhafte Räume bekommen, in denen wir einfach willkommen sind, wie wir sind. Aktuell können wir noch keine Miete in Form von Geld zahlen – und sind dennoch herzlich willkommen. Es ist eine der besten Adressen der Stadt, die Königstraße, im Dresden-Monopoly entspricht dies der Schlossallee … und wir sind so unglaublich dankbar und glücklich, für uns selbst und auch für Stephan, der uns diese Räume überlässt, wissend, welch gute Samen das sind.

Wir haben Mitarbeiter, die für uns engagiert arbeiten in ihren jeweiligen Professionen – auch bislang ohne den Ausgleich von Geld. Doch mit – für unsere Sache und für ihr eigenes Tun – unglaublichen Benefit und Wirkungsgrad. Auch hier komme ich selbst als Vorstand unseres Vereins mehr und mehr in ein dankbares „sich beschenken lassen“ und freue mich über diese wundervollen Samen. … und freue mich noch viel mehr, sie auf ganz andere, teils sehr kreative Arten unterstützen zu können, was in einem normalen Arbeitgeberverhältnis so nicht angedacht wäre.

Wir beginnen mehr und mehr einfach auszudrücken, was unser Wirken unterstützen würde und Menschen beginnen, uns diese Wünsche zu erfüllen. Wobei wir keinen „Austausch“ haben, also kein Geben-Nehmen mit einer Person, sondern ein „es in den Kreislauf geben“, also einen echten Wirtschafts-/Geldkreislauf.

Mehr und mehr fließt auch das Geld in unseren Verein. Erst gestern blickte ich auf unser Konto und ein hoher dreistelliger Betrag war von einer Bank als Spende für „Unterstützung Vereinsarbeit“ eingegangen. Eine Spende, also kein Sponsoring als Gegenleistung in Erwartung einer Sichtbarkeit, so wie uns unser Steuerberater sagte, Banken „ticken“’, sondern ein freies Geben in Unterstützung unseres Wirkens.

Die größte Herausforderung

– so blöd das vielleicht klingen mag – ist dieses, was Geshe Michael Roach „Kaffee-Meditation“ nennt: sich mindestens einmal täglich Zeit nehmen, idealerweise vorm Schlafengehen, und sich über all die guten Dinge zu freuen, die man gepflanzt hat. Es scheint so einfach und wir wissen, wie essentiell es ist – und doch ist das eine der schwierigsten Übungen, immer und immer wieder. Hier üben wir uns darin, uns gegenseitig zu erinnern, kleine Eselsbrücken zu bauen und dem wirklich Zeit und Raum zu geben.

Denn dies scheint der eigentliche Kulturwandel zu sein, den es braucht, auf einer ganz individuellen und gesellschaftlichen Ebene: Dankbarkeit und Freude über das eigene Wirken und die Auswirkungen im besten Sinne in der Welt und mindestens genauso stark auch über die Dinge der anderen – und immer wieder mit einem Fokus auf das Gute darin.

Gibt es nun einen Weg, erfolgreich zu sein?

„A lot of money“ haben wir in den letzten Monaten noch nicht gemacht – doch eine Menge Unterstützung erhalten, die man eigentlich in Geld zahlen müsste. Eine Menge Wirkung erreicht durch unser Tun. Einen reichen Erfahrungsschatz gesammelt – und das Wichtigste: ganz wundervolle Samen in fruchtbare Erde gepflanzt, auf deren Aufgehen wir uns schon heute freuen.

Als Abschluss das Interview mit Geshe Michael Roach; viel Freude beim Schauen und Euch inspirieren lassen: